Unterwegs mit Jack Frost

Weihnachts-Tour vom Halligweg zum Artpark Tegel

Heute habe ich noch einmal das gute Wetter genutzt, um ein klein wenig zu wandern. So richtig dolle ist es derzeit bei mir mal wieder nicht und ich ĂŒberlegte schon gestern: gehe ich eher spazieren und mache ein paar Streetart-Fotos oder… (bei dem Wetter ist Wandern natĂŒrlich ein Muss!)

Mit der U6 und dann mit dem Bus 133 fuhr ich bis zur Tegeler BrĂŒcke. Von dort aus lief ich die „Str. R“ bis Saatwinkler Steg hoch (Foto links). Ich hatte mir schon vor ein paar Wochen vorgenommen, den Halligweg ganz zur Spitze hochzulaufen. Ich hatte mir erhofft, dort ein wenig HeimatgefĂŒhl ausleben zu können, doch es ist abgesperrtes GelĂ€nde = Ende GelĂ€nde.

UrsprĂŒnglich war erst Lietzensee geplant und dann der Flughafensee. Aber irgendwie fĂŒhlte sich das nicht stimmig an, mir fehlte das „Highlight“, falls die Tour nicht ganz so wird, wie ich mir das erhofft hatte. Wie auch heute.
Ich bin fast nur an ZĂ€unen entlang gelaufen, den Halligweg konnte ich, wie schon geschrieben, nicht bis zur Spitze laufen (da privat), es waren mehr Spazierwege und die Landstraße gleich nebenan war sehr laut.
Ich bin halt Fan von Pampa, mir kann es beim Wandern (und entschleunigen) nicht „einsam und leise genug“ sein.

Mittlerweile war es schon gegen 13 Uhr, also versuchte ich das Beste draus zu machen und ergab mich dem Schicksal, den Weg Im Saatwinkel abzulaufen, spĂ€ter immer parallel der Bernauer Straße entlang, bis ich an der Neheimer Straße ankam, wo auch der „Artpark Tegel“ ist.
Dort gibt es murale Streetart-Werke, die ich ebenfalls schon seit Jahren vor die Linse bekommen wollte. Von dort aus fuhr auch die 133 wieder bis zum S-oder auch U-Bahnhof Tegel zurĂŒck.

Was wirklich schön war, war das Wetter. Die Sonne und auch die (trockene) KĂ€lte tat mir unheimlich gut. Einzig am Artpark Tegel kam ich an meine Grenzen, denn hier musste ich mit Powerbank fotografieren, da mein Smartphone bei KĂ€lte immer denkt, der Akku wĂ€re leer. Nix mit Handschuhe, mir waren fast die Finger abgefallen. Es war das perfekte Wetter fĂŒr murale BrandwĂ€nde. Schöner, blauer Himmel und auch so klar!

Gegen 15 Uhr gings fĂŒr mich wieder nach Hause. Eine Stunde spĂ€ter war auch schon Sonnenuntergang. Gelaufen bin ich ca. 6 km (dĂŒrfte ein bisschen mehr gewesen sein), genau 3 Stunden war ich unterwegs.

Die verhinderte Mauerweg-Wanderung

Abbruch schon in den AnfÀngen

Bei mir war es ja im letzten Monat „rund um die Bewegung“ recht ruhig geworden, untĂ€tig im Thema war ich allerdings nicht. Wenn man hier und da Schutzimpfungen bekommt (meist extra zum Wochenende), wird es auch nichts mit dem Wandern. Da muss ich jetzt durch!

Am Sonntag wollte ich mit einem Kumpel ein StĂŒck vom Mauerwanderweg im SĂŒden Berlins erkunden. Daraus wurde aber leider nichts, denn schon zu Beginn an zeigten sich bei mir starke Schmerzen, die kurz darauf auch wirklich extrem wurden. Zum GlĂŒck hatte ich aber meine Novalgin mit, letztendlich half aber erst so richtig die WĂ€rmflasche im RĂŒcken, als wir wieder bei meinem Kumpel zu Hause waren.

Wir brachen also gleich am Anfang wieder ab und fuhren auch mit dem Bus zurĂŒck. Selbst das hĂ€tte ich nicht mehr laufen können. Es fĂŒhlte sich aber eher nach einer fast beginnenden Blockade an (hatte ich schon mal).

FĂŒr mich ist das ein großer RĂŒckschlag, denn jetzt wandert die Angst wieder mit. Lange hatte ich Ruhe davor, nun frage ich mich, ob ich in nĂ€chster Zeit alleine in die Pampa fahren kann (so richtig Natur) oder mir wohl oder ĂŒbel dann doch erstmal wieder Wanderstrecken raussuchen muss, wo auch eine optimale, nahe Bus/Bahnverbindung vorhanden ist.

Fakt ist: ich muss irgendwie Sport machen. Seit der Pneumonie sind bei mir einfach ganz viele MuskelkrĂ€fte weg und jetzt hat sich das im RĂŒcken gezeigt (Rucksack war schwer). Alles nicht so einfach in Pandemie-Zeiten. Ach ja, die Fotos sind auch entsprechend schlecht, auch dafĂŒr war kein Nerv mehr, hab sie nur zur reinen Dokumentation noch festhalten wollen.

4,5 Kilometer waren es nur, mein lieber Scholli. Aber: C’est la vie! 😉 Beim nĂ€chsten Mal klappt es bestimmt wieder!

Wildschweine vor dem Gehege & sonstige Bekanntschaften

Erstens kommt alles anders und zweitens, als man denkt

Nachdem ich im FrĂŒhjahr diesen Jahres zum ersten Mal im Tegeler Forst war (hier gibt es einige Fotos vom April zu sehen), startete ich heute meine Runde noch einmal dorthin, denn es war schon Mittag und es blieb nicht mehr viel Zeit fĂŒr eine ausgedehnte Tour.
Los ging es mit dem Glockenschlag um 12 Uhr an der Kirche in Alt-Tegel, hinunter zu den Greenwichpromenaden/Seeterrassen:

Das Wetter war zum Mittag leider umgeschlagen, die Sonne war weg, sollte aber zum Nachmittag nochmal fĂŒr 1 bis 2 Stunden raus kommen. Von den Seeterrassen ging es weiter ĂŒber die SechserbrĂŒcke und einige kleine Wege am Ufer entlang, bis ich fĂŒr ein paar Fotos einen ĂŒbersichtlichen Blick auf das Wasser bekam, wenn da der Nebel nicht gewesen wĂ€re.

Vom nebelbedeckten Tegeler See ging es weiter an der Malche entlang bis zum „Schwarzer Weg“. Heute wollte ich mir das Wildtiergehege ansehen, was mir bisher bei Wanderungen immer misslang! Einen Graureiher konnte ich noch entdecken, bevor dieser mit FlĂŒgelschlag von dannen zog.

Auf besagtem Schwarzer Weg bog ich aber nicht gleich nach links auf den Hauptweg ab, sondern ging erstmal geradeaus den Waldweg MĂŒhlenweg entlang, die erste Abzweigung wieder links, um dann wieder rechts auf den „Schwarzer Weg“ zurĂŒck zu gelangen.
Ein Weg durch bunten Wald, wenngleich vielerorts das Laub schon von den BĂ€umen gefallen war und der diesig-vernebelte Tag die Stimmung in ein besonderes Licht setzte, was mit meinen ĂŒberwiegend gemachten Smartphone-Fotos aber nur mittelmĂ€ĂŸig wieder gegeben werden kann.

Die GPS-Daten, die im Wald immer mal wieder versagten, verrieten mir, das rechts einbiegend auf den „Schwarzer Weg“ das Wildtiergehege nicht mehr weit sei. Als ich das laute Grunzen von Wildschweinen vernahm, ahnte ich: ich bin richtig. Ich zĂŒckte schon meine Kamera, aber irgend etwas sagte mir, das hier was nicht stimmt. So viele Wildschweine vor mir, so nah – die wĂ€ren doch in freier Wildbahn lĂ€ngst weg (ergo muss es das Gehege sein, ich habe bestimmt nur den Zaun ĂŒbersehen). Ich suchte den Zaun, der aber tatsĂ€chlich nicht vorhanden war.

Es waren 4 kleine Wildschweine, von Frischlingen kann man nicht mehr reden, die ca. 2m vor mir standen und im Boden nach Essbarem wĂŒhlten. Als ich mich umdrehte, war hinter mir das Wildschweingehege. Da war mir klar: diese „kleinen“ Wilden stehen mir in freier Wildbahn gegenĂŒber. Das bringt erstmal Schnappatmung. Mein lieber Scholli!

– Suchbild

Ich ging also ganz langsam Richtung Zaun, da sah mich ein weiteres Wildschwein, erschrak ĂŒber mich und zog mit quiekenden Gegrunze in die BĂŒsche, ganz so, als sei es total empört von meinem Auftreten.
Ein wenig schmunzeln musste ich da schon, denn es hatte eine gewisse Situationskomik. Das war tatsĂ€chlich mein erster (und so naher) Wildschweinkontakt und: ich habe sie zum ersten Mal nicht gerochen! DarĂŒber war ich auch sehr irritiert.

Und dann nahm meine Wanderung noch eine ganz andere Wendung, denn es ergab sich heute eine unerwartete „MitlĂ€uferschaft“, was dann letztendlich zu einem gemĂ€chlichen Spaziergang mit angeregtem GesprĂ€ch wurde. Und somit wanderten wir gemeinsam durch den Forst.

Ich wollte mir heute nochmal die Dicke Marie ansehen und den höchsten Baum Berlins, das haben wir dann zusammen gemacht. Ich zeigte ihr diese beiden BĂ€ume, worĂŒber sie sich sehr freute. Mehr hatte ich mir fĂŒr die Tour heute auch nicht vorgenommen.

Zusammen gekommen sind ungefĂ€hr 10 Kilometer bei 6 Stunden wandern. Zwischendurch war das Tracking immer mal wieder gestoppt und durch das Quatschen hatte ich auch nicht immer sofort dran gedacht, das weiter fortzufĂŒhren. Meine Route sieht heute also etwas „wirr“ aus (wer sich das auf Komoot ansieht), Wandern erfordert eben auch Konzentration.

Da dieses GesprĂ€ch ein nicht ganz alltĂ€gliches fĂŒr mich war, hallt das noch immer in mir nach und ich versuche, mit dieser Begegnung kongruent zu werden, allerdings nicht, was die Inhalte betrifft. In Zeiten einer Pandemie und der ganzen, auch politischen Entwicklung sind wir sicherlich alle ziemlich dĂŒnnhĂ€utig geworden. Aber bevor ich mir eine Meinung ĂŒber einen Menschen bilde, rede ich sehr gerne vorher mit ihm, wenn ich merke, dass da kein radikales Denken und Feindseligkeit vorherrscht.
Mein GesprĂ€ch heute empfand ich als sehr angenehm, ich weiß aus der Erfahrung heraus aber auch, das dies nicht ungewöhnlich bei dieser Thematik ist, wo SubjektivitĂ€t höher bewertet (bzw. nur das -und eigene- akzeptiert) wird, als ObjektivitĂ€t.
Nichts desto trotz: ich wurde nicht angefeindet, wir haben 3 Stunden achtsam miteinander reden können, haben unterschiedliche Sichtweisen ausgetauscht und vielleicht sehen wir uns mal wieder, wenn ich in der NĂ€he bin. Ich denke schon, das ich das machen werde, auch: um zu erfahren, ob sie weitestgehend „gesund“ ĂŒber den Winter gekommen ist.
Mit dem Wandern wollte ich zwar Corona klar getrennt ausklammern, aber diese Bereitschaft, mit mir darĂŒber offen reden und das ohne missionieren und mich von der Gegenmeinung ĂŒberzeugen zu wollen und auch in dieser achtsamen Weise; doch, das hat mich schon ein bisschen beeindruckt. Das hat Seltenheitswert (wird mir meist feindschaftlich verweigert) und ich verbuche das unter eine schön gemachte Erfahrung – trotz alledem!

Frei nach „The Birds“ verabschiedete sich der See von uns mit eintretender Dunkelheit und lautem Getöse, denn mittlerweile war es fast schon 18 Uhr.

„Bleib gesund“ rief ich ihr im umdrehen noch zu, als ich zur U-Bahn huschte, dann hatte uns der Großstadtdschungel wieder.

Tegeler Fließ um LĂŒbars

Von Waidmannslust nach Alt-LĂŒbars ĂŒber etwas Mauerweg, Moor und Fließ

Ich muss zugeben, ich war heute anfangs mehrfach enttĂ€uscht und trotzdem wurde es noch ein guter Tag. Eigentlich wollte ich heute etwas rotes Laub vor die Linse bekommen, erst letzte Woche war alles knallgelb und ich hatte von den letzten Tagen Fotos gesehen, die mir sagten, das es jetzt höchste Zeit fĂŒr eine nĂ€chste Tour wĂ€re. Naja. War halt zu spĂ€t.
Mich empfing eine fast graue Landschaft. In Teilen war auf den BĂ€umen noch das gelbe Laub vorzufinden, ganz vereinzelt auch mit rotem Laub; das hab ich dann wohl in diesem Jahr zeitlich etwas verpasst. DafĂŒr habe ich heute Fliegenpilz! 😉

Ich startete am S-Bahnhof Waidmannslust und begann meine Tour am Wolfacher Pfad, rechts rein Richtung Ziegeleisee. Hier erinnerte ich mich, schon mal da gewesen zu sein, im letzten Jahr, als ich mit dem Rad beim Doc in LĂŒbars war. Das war aber auch alles, ansonsten war der gesamte Streckenverlauf fĂŒr mich Neuland.

Immer gerade aus bzw. den Hauptweg am Fließ entlang gelangte ich nach einiger Zeit zum Eichwerder Steg. Dort fĂŒhrte ein hölzerner Steg (oder auch BrĂŒcke) ĂŒber das Moor. Überall gab es Hinweisschilder, welche Tiere dort leben und welche Pflanzen dort vorkommen. Einen Eisvogel wollte ich z.B. schon immer mal gesehen haben, aber das war mir heute nicht vergönnt. Warum diese BrĂŒcke bzw. der Steg krumm ist, wird dort ebenfalls erklĂ€rt:

Das nĂ€chste Kapitel wird ziemlich perfide. Ich beschĂ€ftige mich schon seit einiger Zeit rund um „Mauerspuren“ & DDR, aber die „GedenkstĂ€tte ehemalige Grenzsperre“ (umgangssprachlich auch: „Stalinrasen“, hier ein archivierter MAZ Artikel) in Glienicke/Nordbahn war mir ebenfalls noch nicht bekannt.

Was hier so unscheinbar aussieht, hat Menschen förmlich aufgespießt (bis zu 10cm tief), die ĂŒber die Grenze flĂŒchten wollten. Matten: oben und unten mit Spitzen versehen und erst 2013 bei Bauarbeiten in den Eichwerder Moorwiesen entdeckt. Das dies auch zur Fluchthinderung genutzt wurde, wusste ich nicht. Menschenverachtend!

Nun kam ich also langsam dem Mauerweg nĂ€her, der mich fast bis nach Alt-LĂŒbars bringen sollte. Mittlerweile befand ich mich auch schon in Brandenburg.

– der braune Verlauf stellt den Mauerweg dar

Bis ich allerdings von der GedenkstÀtte bis ganz oben am Beginn des Mauerweges war, ging es auf Sandwegen noch an einem Insektenhotel vorbei.

An der Alte Schildower Straße begann fĂŒr mich der Mauerweg. Er fĂŒhrte erst einmal am Wohngebiet entlang, hier steht auch die SchutzhĂŒtte Mauerweg, von der ich allerdings kein Foto gemacht habe:

Und das ist das TeilstĂŒck bzw. der Abschnitt, wo ich (auch) unbedingt hinwollte. Ein ganz klassischer Mauerweg, umgeben von karger Landschaft, Sand und Weite:

Meine Route verlief jetzt vorrangig ĂŒber den Mauerweg und ging vorbei an Ponyhof Köppchensee direkt zum Köppchensee, wo ich dann auch nach rechts vom Mauerweg weg in Richtung Alt-LĂŒbars ĂŒber die Felder abbog. Ein letzter Blick den Mauerweg runter und dann hieß es Abschied nehmen.

Jetzt war es nicht mehr weit bis Alt-LĂŒbars und sogar die Sonne kam mit einem Mal nochmal raus. Einmal an der Osterquelle entlang, noch einen kurzen Abstecher zum Moorteich und einmal ĂŒber die große Hauptstraße, war ich am Endpunkt angekommen, der ersehnten Bushaltestelle im Dorfkern.

In Alt-LĂŒbars angekommen, gehörte es heute zu einem Muss, die Telefonzelle zu fotografieren. Davon hatte ich im letzten Jahr erfahren, als ich aber schon von LĂŒbars wieder zurĂŒck war; es musste also bis heute warten! Wie man sehen kann, sind dort die StraßenverhĂ€ltnisse mit dem Rad nicht gerade die besten, eben Dorf. Demzufolge hatte ich den Dorfkern im letzten Jahr gemieden.

ZurĂŒck ging es dann ab Weidmannslust wieder mit der S-Bahn. Auch diesen Bahnhof finde ich ausgesprochen schön in dieser alten Architektur.
Leider hatte ich heute sehr oft kein GPS-Signal, Komoot hat zwischendurch auch immer wieder meine getrackte Strecke unterbrochen, mein Akku war irgendwann leer und ich merkte, das ich das falsche Ladekabel der Powerbank eingesteckt hatte.
Letztendlich war das alles nicht schlimm, denn es war alles „analog“ zu meistern.
FĂŒr Komoot (fĂŒrs hinterlegen) ist es halt schade, denn ich bin keine 6,5 km gelaufen, sondern weit ĂŒber das Doppelte. Die reine Wanderzeit betrug 3 Stunden. Ich war heute sehr gut zu Fuß unterwegs und ziemlich fit.

– die gestrichelte blaue Linie war ich nicht gelaufen, ebenfalls nicht die blaue (ohne Markierungen)

Komoot hatte nachtrĂ€glich (siehe Karte oben rechts) an die 21 km errechnet (m.M.n. zu viel), davon abgezogen das nicht gelaufene – macht pi mal Daumen 12-15 km? Das wĂŒrde auf jeden Fall gut hin kommen.

Herbstgold im Spandauer Forst

Teufelsbruch mit Nebenmooren sowie Havel- und Mauerradweg am Aalemannenufer

Sehr kurzfristig hatte ich mich fĂŒr eine ca. 10km Wanderung im Teufelsbruch umentschlossen, die ich dann letztendlich auch alleine durchfĂŒhrte. Am Wochenende habe ich keine Zeit (fĂŒr ausgeprĂ€gte Touren) und das Wetter ist derzeit so einladend, das musste vollstens ausgenutzt werden!

UrsprĂŒnglich war geplant, mit der Buslinie 130 bis Bötzow-Bahn zu fahren, um von dort die alte Gleisanlage, den Lokomotivfriedhof samt GĂŒterbahnhof der ehemaligen Bötzow-Bahn und auch die Kuhlake „mitnehmen zu können“, aber es kam anders und schon am Bhf. Zoo hatte die Regionalbahn VerspĂ€tung, dabei hatte ich extra auf die Bahn gesetzt, um schneller in Spandau sein zu können. Die Linie 130 fuhr ab Spandau aber nicht, ich war wirklich alles abgelaufen. Warum auch immer. Also wurde es die Linie 136 (von der anderen Seite), wie vor 3 Jahren, als ich zum ersten Mal zu gleicher Jahreszeit im Moor war (siehe meinen Beitrag aus 2018).

Dort angekommen, war das erste, was ich vernahm: der Duft von Tannen und das sanfte rauschen der herabfallenden, goldgelb-orangenen BlĂ€tter. Je nach Lage (dort ist auch das Moor) waren die BĂ€ume entweder noch grĂŒn, im satten Gelb oder aber auch braun vertrocknet. Ich habe lange nicht mehr soviel Baumbruch gesehen (das Moor begĂŒnstigt dies sicherlich auch noch) und das lag nicht nur am letzten Sturm Ignaz, weswegen ich mit einer Wanderung im Wald auch etwas gewartet hatte.

Den Lokomotivfriedhof der Bötzow-Bahn konnte ich, wie schon geschrieben, zwar nicht mehr erreichen, dafĂŒr habe ich aber noch Gleisen gefunden, die kaum noch als solche zu erkennen und die in Teilen komplett vom Laub bedeckt gewesen sind:

Nach einer kleinen Runde zwischen Kiefern, Tannen und Laubwald erreichte ich den Pfad am Teufelsbruch, ĂŒber den man einmal das Moor ĂŒber einen Holzpfad ĂŒberqueren kann. Leider stand dieser Weg unter Wasser und so entschloss ich mich, einmal drumherum zu laufen, um von dort aus mein GlĂŒck zu versuchen.

Der nĂ€chste Halt war der Schweinehirt samt seinen Wildschweinen und der hölzernen Sitzecke. Hier machte ich meine erste Pause. Als ich gerade weiter wandern wollte, kam aus den GebĂŒschen etwas auf mich zugelaufen. Groß, hohe Beine, durch das diffuse Licht sah es grau aus und ich dachte nur noch: „Oh Fuck“. Letztendlich schaute mich dann aber ein Reh an und ich musste erleichtert lachen.

Zwischendurch gab es immer wieder: Moor, Moor, Moor. Jeder Flecken anders als der andere. Immer anderes Licht und andere Farben. Und ĂŒberall: sehr viele Libellen:

Mittlerweile hatte ich mich damit abgefunden, die Route Richtung Havel zu gehen. Ich sagte TschĂŒss Wald und ĂŒberquerte die Niederneuendorfer Allee in Richtung BĂŒrgerablage. Kurz zuvor fand ich nĂ€mlich heraus, das es dort einen Mauerradweg, aber auch Gedenktafeln gibt. Mir war das bis dato gar nicht klar, das die Grenze hier so nah verlief. Auf dem letzten Foto sieht man sie auch markiert:

Und wieder habe ich etwas dazu gelernt. Die Gedenktafeln klĂ€ren ĂŒber Exklaven auf. Ehemaliger „West-Berliner“ Grund und Boden, der auf DDR-Territorium stand. Durch Gebietstausche zwischen den alliierten BesatzungsmĂ€chten und der Sowjetunion wĂ€hrend des Kalten Krieges lagen diese zwar auf DDR-Gebiet, gehörten aber zu West-Berlin. Dorthin konnten die Anwohner nur ĂŒber einen schmalen Korridor gelangen, Zitat: „Ein eigenes Zugangstor durch die Mauer inklusive Klingel markierte hier die Staatsgrenze“.

Hier jedenfalls habe ich fĂŒr mich ein StĂŒck Mauerweg entdeckt, das ich im nĂ€chsten Jahr radeln möchte. Außerdem steht nur ein paar Kilometer weiter ein gut erhaltener Grenzturm der ehemaligen DDR. Bisher kenne ich die nur aus der Stadt, außerdem verspricht ein Schild eine scheinbar urige Einkehr, die man mal mitnehmen sollte:

– immer dem Mauerradweg entlang

Zum Schluss ging es ĂŒberwiegend viel am Wasser der Havel entlang. Bis zur FĂ€hre am Aalemannufer war ich wieder zurĂŒck gelaufen. Es war unbeschreiblich schön!
Ich sah heute Rehe, SchwĂ€ne, Reiher, Kormorane, Libellen in Massen, Moorfrösche und Spechte. Leider war kein Eichhörnchen dabei und auch kein Fliegenpilz. 😉

Ich hatte kurz ĂŒberlegt, ob ich mich mit der FĂ€hre ĂŒbersetzen lasse, bin dann aber klassisch erst mit der 136 und dann ab Spandau mit der U- und S-Bahn bzw. Ringbahn, statt Deutsche Bahn zurĂŒck gefahren. Ging super fix und entspannt!

Die gelaufenen Kilometer versprechen knapp 10, ich denke, das kommt gut hin!

NSG Karow & Buch & Lost Places

Herbst mit freilaufenden Rindern und Sonne pur

Heute stand bei mir alles auf neu. Die Komoot-Route war die erst getrackte Wandertour und auch bei den Wanderschuhen zeichnet sich neues, ich bin nĂ€mlich nun mit Hanwagstiefeln unterwegs, diese wurden heute von mir eingelaufen. Aber auch Karow und Buch sind quasi fĂŒr mich völliges Neuland, so gesehen eigentlich schade, hĂ€tte ich das zu ehemals Lockdown-Zeiten gewusst!

UrsprĂŒnglich wollte ich heute eigentlich nach Brieselang (Moor). Gut, das ich es nicht getan hatte, denn wie ich schon erfahren konnte, war es heute zum Sonntag dort ziemlich voll. Aufgrund der neuen Schuhe wollte ich heute eine Tour nehmen, die nicht all zu weit weg von mir zu Hause und was nicht zu derbe Wald (Sturm) ist.

Los ging es am Bahnhof Karow. Immer die Pankgrafenstraße gerade aus, bis das Ausgangsschild „Französisch Buchholz“ kommt und man an dieser BrĂŒcke rechts einbiegt, um dann gleich den nĂ€chsten Weg wieder links zu gehen, um zu den Karower Teichen zu kommen:

Dort angekommen, zog noch ein wenig Restnebel an den Feldern entlang, ich war etwas zu spÀt gekommen, eigentlich wollte ich zum Sonnenaufgang schon da sein:

Die BĂŒffel (auch freilaufende Rinder) haben leider noch geschlafen und lagen weit entfernt von mir, nur einer begnĂŒgte sich fĂŒr ein Foto fĂŒr mich, leider zu weit weg:

Ich war hier heute zum ersten Mal und ich frage mich, warum mir das in all den Jahren nicht bekannt war. Ich habe so viele Landschaften rings um Berlin bereits durchlaufen (das gĂ€ngige, was immer im Netz vorgeschlagen wird), aber das hier ist wirklich eine Oase und ein Traum, wenngleich natĂŒrlich nicht mit Wandlitz vergleichbar (uriger Wald), aber hier ist Natur(schutz), soweit das Auge reicht!

Nachdem sich unsere Wege zweimal kreuzten, stellte sich mir heute Manfred Pinkwart vor, der anbot, mir etwas von Buch zu zeigen. Herr Pinkwart ist ein „Bucher Urgestein“ und frĂŒher in der Klinik Berlin-Buch tĂ€tig, was heute die Helios-Kliniken dort sind. NatĂŒrlich werde ich zusagen, interessieren mich diese Themen natĂŒrlich.

Das ehemalige Regierungskrankenhaus Buch

Vom Wachregiment Feliks Dzierzynski bewacht, schien das Regierungskrankenhaus I in Berlin-Mitte trotz allem den damaligen Machthabern nicht mehr sicher genug; die Grenze zu West-Berlin lag zu nahe. 1976 entstand deshalb die „Spezialklinik“ in Berlin-Buch. Den Namen hatte sie nicht wegen spezieller medizinischer Möglichkeiten, sondern wegen spezieller Patienten – zugelassen war nur die „allerhöchste“ FĂŒhrungsebene. FĂŒr sie wurde ein Atomschutzbunker vorgehalten.

Buch war dadurch das Regierungskrankenhaus Nr. I, wĂ€hrend das alte Haus in der Scharnhorststraße in Mitte das Regierungskrankenhaus Nr. II wurde. Behandelt wurden dort Mitarbeiter der Staatssicherheit, ab einem höheren Dienstgrad auch deren Angehörige sowie verdiente ehemalige Angehörige der Geheimpolizei, Mitglieder der Regierung, des SED Zentralkommittees und des PolitbĂŒros. Auch ehemalige Regierungsmitglieder und ausgewĂ€hlte Kulturschaffende, KĂŒnstler, Wissenschaftler und Sportler wurden dort betreut. 

Die GebĂ€ude in Buch stehen seit 2001 leer, 2024 soll dort ein neues Wohnquartier „Buch-Am Sandhaus“ mit 3.000 Wohnungen, Kita und Gewerbe entstehen. Neueste PlĂ€ne sehen vor, das alte Krankenhaus zu integrieren und nicht abzureißen.

Keine Gulaschkanone, kein Handy – aber gute Schuhe!

Unweit des Krankenhauses hatte ich noch einen Weg entdeckt, der mich zu einer Gulaschkanone fĂŒhren sollte (leider Sonntag geschlossen). Zu allem Übel verabschiedete sich auch noch kurz vor den Teichen mein Akku (Powerbank ist geplant), so das ich nicht sagen kann, an welchem Teich ich nun wirklich genau war. Auch hat mein Komoot-Profil ab diesem Zeitpunkt nicht mehr tracken können. Es war allerdings in der NĂ€he vom Pölnitzweg und parallel die Wiltbergstraße:

Komoot sagt mir, ich wĂ€re nur knapp 2 Stunden gelaufen. TatsĂ€chlich war ich aber genau 5 Stunden zu Fuß unterwegs. Auf gute 15km bin ich auf jeden Fall gekommen (Komoot sagt 12), letztendlich ist es fĂŒr mich auch nur eine grobe SchĂ€tzung, der Übersicht wegen. Den fehlenden, letzten Rest habe ich hĂ€ndisch nachgetragen:

– Wanderung von Karow nach Buch

Hier war ich nicht zum letzten Mal!

Wandlitz mit Bogensee & Lost Places

Zwischen urigen WĂ€ldern und glasklaren Seen

Über eine Facebook-Wandergruppe hatte ich vor ein paar Tagen dem heutigen Termin lose zugesagt, wenn sich das Wetter nicht gerade ergießt (und es mir entsprechend gut geht). Nun, der Tag war also heute, wenngleich ich zugeben muss, das es einen kurzen Moment gab, an dem ich kurz gezögert hatte und auch am Bahnhof Karow hatte ich nochmals kurzweilig den Gedanken: „wenn ich die Regionalbahn nicht bekommen sollte, wĂ€re es auch nicht so schlimm“. Der innere Schweinehund, ich sagÂŽs euch! đŸ˜‚ Ich hab ihn heute mit allen KrĂ€ften besiegt! đŸ„ł

-ĂŒberall nur Wald, sonst nichts

Bammel hatte ich allerdings nicht vor der Tour und vorm Wandern generell (das mache ich ja seit Jahren -allein- super gerne), sondern weil ich dort wohl auf sehr fitte Mitmenschen stoßen wĂŒrde, die sich das schon richtig zum Sport gemacht haben, wĂ€hrend ich noch vor mich rum schlunze, um etwas fitter zu werden.
Auch war mir nicht ganz so klar, wie „schnell oder wie langsam“ diese Wandertruppe sein wird – dann hĂ€tte ich aber auch vorzeitig abbrechen können.

Ab Bahnhof Karow ging es mit der RB bis Wandlitzsee, um von dort in Richtung Bogensee, Liepnitzsee und dann wieder zurĂŒck zum Bahnhof Wandlitz zu wandern.

Ganz so ebenerdig war es -wenngleich nur auf sehr kurzen Strecken- dann auch nicht, was meiner Puste einiges abverlangt hat, aber: es ging und auch, als mir auf dem RĂŒckweg schon die Beine ziemlich schmerzten, hab ich die Tour geschafft und es hat unheimlich Spaß gemacht, auch, mal wieder auf neue Gesichter zu treffen!

Kurzum, ca. 15km bin ich heute in 5 Stunden ĂŒber Stock und Stein gelaufen. Darin inbegriffen waren natĂŒrlich auch kurze Pausen und die Besichtigung der HĂ€user am Bogensee. Fast nur Wald und weniger Liepnitzsee (der ĂŒbrigens glasklar war), was aber auch schön war, denn die Sonne schien nicht (keine gute Voraussetzung fĂŒr schöne Fotos vom See), was aber wiederum den Wald in ein sehr gutes Stimmungslicht brachte!

Bei Einbruch der Dunkelheit waren wir aus dem Wald wieder raus und erreichten den Bahnhof Wandlitz. Die Karte zeigt den annĂ€hernden Routenverlauf. Es ging zĂŒgig einher, aber nicht schnell und wir haben mehrere, kleine Pausen gemacht. FĂŒr mich gut, denn ich brauche zwischendurch immer noch kurze Verschnaufpausen.

– noch keine getrackte Route bei Komoot

Goebbels Villa & die FDJ Kaderschmiede

Bogensee ist ein böser Ort, titelt der Tagesspiegel in 2020. Und das stimmt. Das Areal ist ein „Ort der Propaganda“, geschichtlich kontaminiert, vergiftet, ein stummer Ort der Geschichte, ein Ort der TĂ€ter und Wortverdreher. Am Bogensee wurden zwei Diktaturen gelenkt und ideologisch gestĂŒtzt, mehr als fĂŒnfzig Jahre unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wikipedia schreibt:

Im Jahr 1936 schenkte die Stadt Berlin den Bogensee mit 496,3 Hektar Land und einem Blockhaus dem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels zu dessen 39. Geburtstag auf Lebenszeit. Goebbels nutzte das Haus als „Liebesnest“. Außerdem lud er gern Prominente aus KĂŒnstlerkreisen und aus der Politik zum Bogensee ein. Da das HĂ€uschen bald Goebbels‘ AnsprĂŒchen nicht mehr genĂŒgte, ließ er nordwestlich des Sees in einiger Entfernung vom Ufer bis 1939 nach einem Entwurf von Heinrich Schweitzer unter FederfĂŒhrung des Architekten Hugo Constantin Bartels einen neuen Landsitz errichten. Doch bereits im Jahr 1942 verkaufte Goebbels das Anwesen am Bogensee an die Cautio Treuhand GmbH; an der Nutzung durch den Minister Ă€nderte sich aber dadurch nichts.

Das HauptgebĂ€ude mit Walmdach und Natursteinsockel hatte 30 Zimmer mit einer GrundflĂ€che von 1600 mÂČ. Dazu kamen ein WirtschaftsgebĂ€ude und ein GĂ€stehaus mit Besprechungszimmer, in dem auch SS-Wachmannschaften untergebracht waren. Im Jahr 1944 erhielt die Anlage wegen der zunehmenden Luftangriffe auf Berlin und die Umgebung einen Hausbunker. Das Landhaus war mit einem eigenen Wasser- und KlĂ€rwerk, einer kaum sichtbaren Klimaanlage, einem Kino, nach unten versenkbaren Fenstern und einem Zimmer mit zwei Kaminen ausgestattet. Die UFA trug 1,5 Millionen Reichsmark zum Bau bei. Im Landhaus trafen sich weiterhin KĂŒnstler und Schauspieler.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die GebĂ€ude als Lazarett der Sowjets genutzt. Im MĂ€rz 1946 wurde das GelĂ€nde der FDJ ĂŒbergeben, die dort dann ihre Jugendhochschule einrichtete. Die RĂ€ume im Landhaus wurden als Kindergarten, Frisör, Konsum sowie als WohnrĂ€ume fĂŒr den Direktor genutzt. Ab 1951 wurden weitere GebĂ€ude gebaut, die im „stalinistischen ZuckerbĂ€ckerstil“ erschienen, um das GelĂ€nde auch als Internat nutzen zu können. Der Architekt war Hermann Henselmann – der gleiche wie auch bei der Stalinallee, der heutigen Karl-Marx-Allee.  Bis 1989 wurde mittels der SED in der „FDJ-Jugendhochschule am Bogensee“ fĂŒr ausgewĂ€hlte Kader Marxismus-Leninismus gelehrt, Hunderte (kommunistische) „Studenten“ kamen aus aller Welt dorthin, auch aus den „WestlĂ€ndern“ (DKP/SDAJ).

Nach der Wende wurde die Jugendhochschule abgewickelt und das ganze GelĂ€nde fiel zurĂŒck an das Land Berlin. Verschiedene Nutzungen scheiterten, u.a. versuchte sich hier der Internationale Bund fĂŒr Sozialarbeit und bis 1999 das Internationale Bildungszentrum. Seitdem steht alles leer und verfĂ€llt immer mehr.

Das Land Berlin befĂŒrchtete laut einem Tagesspiegel-Artikel aus 2016, dass Neonazis oder andere rechtsextreme Gruppen verdeckt das GelĂ€nde erwerben und eine WallfahrtsstĂ€tte daraus machen könnten. AnonLeaks und T-Online hatten vor ein paar Monaten offengelegt, das ReichsbĂŒrger rund um Peter Fitzek (KRD) planvoll versucht hatten, die Genossenschaft LKC Bogensee zu unterwandern. Nur einen Monat zuvor wurde durch einen Verfassungsschutzbericht bekannt, dass „das KRD“ auch in Hessen versucht hatte, an Liegenschaften zu gelangen.

Wandlitz (bzw. vor allem auch die Kaderschule) stand bei mir schon seit Jahren auf dem Plan. UrsprĂŒnglich wollte ich an einer Foto-Tour des GelĂ€ndes mit machen (go2know) und hatte es immer wieder verschoben. Nun ist dort zu. Naja. Mal sehen.

Bis zum nĂ€chsten Mal am Bogensee – und dann hoffentlich mal mit Sonne!

Plötzensee mit dem Rad

Einmal Plötze bitte!

Man kann es nicht wirklich eine Radtour nennen, aber es war die erste „offizielle“, denn mit Anne möchte ich noch weitere Strecken ablegen, was aber wohl vermehrt mehr den SĂŒden und Westen von Berlin betreffen wird. Und ein bisschen Mitte. Selbst bin ich schon mehrstĂŒndige Touren gefahren, allerdings kreuz und quer durch Berlin und Umland, was aber weniger mit einer ausgesuchten Radtour zu tun hatte.

Anne wollte zum Plötzensee. Also ging es los am Treffpunkt BeusselbrĂŒcke gegenĂŒber der roten Brandwand von Herakut – ĂŒber die Siemensstraße und Putlizer BrĂŒcke mit einem Abstecher zum Nordufer, um einmal A) das dort verewigte Einhorn Anne zu zeigen (großer Fan von) und B) weil ich Anne neben dem RKI auch die denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€udeensemble (Wohnanlage mit 3 Hinterhöfen und Hausgarten) direkt am Ufer des Kanals zeigen wollte. Der Hof war da natĂŒrlich zu.^^

Am Berlin Spandauer Schifffahrtskanal waren wir auch noch kurz.

Letztendlich war ich diese Bereiche rund um die CharitĂ©, das RKI, dem schönen Nordufer wĂ€hrend des Lockdowns schon ein paar Mal abgelaufen und im MĂ€rz diesen Jahres war ich einmal nah am Plötzensee mit dem Rad angelangt, da hatte ich dann aber einen Platten und war wieder umgekehrt. Google Maps bzw. der Stadtplan mussten heute trotzdem noch ein paar Mal zur Hilfe genommen werden. 

Laut Weddingweiser ist der Plötzensee kein Baggersee und schon gar kein kĂŒnstlich aufgestauter Weiher. Der einzige natĂŒrliche See in Mitte ist nĂ€mlich stolze 740 Meter lang und 7,85 Hektar groß. Wie auch viele brandenburgische Seen ist die “Plötze” ein Relikt der Eiszeit. Das beliebte Ausflugsziel hat aber weder einen Zu- noch einen Abfluss. FrĂŒher war der See fĂŒr seinen Fischreichtum bekannt – daher auch die Bezeichnung nach dem Karpfenfisch Plötze.

Nachdem wir gegenĂŒber dem Strandbad fĂŒr ein Sonnenbad eine kleinere Pause fĂŒr einen Kennlern-Schnack einlegten, fuhren wir kurz darauf einmal rund um den See, um am Ende noch in der Fischerpinte Einkehr zu halten – leider war hier die Sonne schon hinter den BĂ€umen verschwunden. Ich kannte die Fischerpinte ebenfalls noch nicht und hoffe, das ich dort im nĂ€chsten Jahr ab FrĂŒhjahr öfter mal verweilen werde – schon allein dafĂŒr ist ein Ausflug zum Plötzensee eine Reise wert (vom Tretbootfahren/Rudern ganz abzusehen). Urig gemĂŒtlich und schön lauschig! ❀

ZurĂŒck ging es dann fĂŒr uns ĂŒber die Seestraße zur Amrumer Straße. Auf dem Weg dorthin haben wir uns von außen noch das Institut fĂŒr GĂ€rungsgewerbe und das ehemalige Zuckermuseum (Institut fĂŒr Zuckerindustrie) angesehen.

Nun hoffe ich mal, das es bei mir gesundheitlich weiterhin so stabil bleibt, damit ich ab nĂ€chsten FrĂŒhjahr wieder besser Rad fahren kann, um dann auch mal ausgedehntere Fahrradtouren (mit Anne) machen zu können; aber auch allein. Bis dahin werde ich auf das Wandern ausweichen bzw. damit Vorlieb nehmen.

– noch keine getrackte Route bei Komoot

GeschĂ€tzte 13 km sind wir bei der „Kennlern-Tour“ gefahren. Ein sehr schöner Tag, was Wiederholung bedarf! 🙂

Tegeler See & Tegeler Forst

Kurzfristige „Lockdown-Tour“ in Tegel

Heute war ich mal wieder mit Frau M. unterwegs. Vom U-Bahnhof Alt-Tegel aus ging es los in Richtung Tegeler See und Tegeler Forst. Überrascht war ich, das es dort in Teilen sehr dörflich aussieht, wie fĂŒr mich gemacht:

Eine feste Route hatten wir uns im Vorfeld nicht rausgesucht, sondern wir wollten einfach sehen, wohin uns die FĂŒĂŸe tragen und uns ĂŒberraschen lassen. Hier zu sehen ist die Greenwichpromenade mit dem Fahrgastschiff Moby Dick:

Richtig los ging es dann an den Seeterrassen ĂŒber die rote Tegeler HafenbrĂŒcke (SechserbrĂŒcke) samt Schwan (Tretboot) mit Maske und es dauerte auch nicht mehr lange, bis wir -am Wasser des Malchsees entlang und mit einem kurzen Schwenk in den Wald- die Dicke Marie erreichten!

Die Dicke Marie ist eine Stieleiche und gilt als Ă€ltester Baum Berlins – man vermutet, er sei 900 Jahre alt. Den Namen erhielt die Dicke Marie von den BrĂŒdern Alexander und Wilhelm von Humboldt, die auf Schloss Tegel aufwuchsen und den dicken Baum nach der Köchin des Hauses benannte:

Der Rest war unspektakulĂ€r, aber schön. Rund um die Villa Borsig waren wir im Wald spazieren, sehr wahrscheinlich waren wir auch am Fitnesspfad (und vielleicht haben wir sogar auch den höchsten Baum Berlins gesehen bzw. sind an ihm einfach vorbei gegangen), auf jeden Fall haben wir eine gute Runde im Wald gedreht und auch die Sonne war am heutigen Tag sehr wohlgesonnen, wenngleich das GrĂŒn in großen Teilen noch sehr auf sich warten lĂ€sst. đŸ˜Ž Die Sonne tat unheimlich gut!