NSG Karow & Buch & Lost Places


Herbst mit freilaufenden Rindern und Sonne pur

Heute stand bei mir alles auf neu. Die Komoot-Route war die erst getrackte Wandertour und auch bei den Wanderschuhen zeichnet sich neues, ich bin nämlich nun mit Hanwagstiefeln unterwegs, diese wurden heute von mir eingelaufen. Aber auch Karow und Buch sind quasi für mich völliges Neuland, so gesehen eigentlich schade, hätte ich das zu ehemals Lockdown-Zeiten gewusst!

Ursprünglich wollte ich heute eigentlich nach Brieselang (Moor). Gut, das ich es nicht getan hatte, denn wie ich schon erfahren konnte, war es heute zum Sonntag dort ziemlich voll. Aufgrund der neuen Schuhe wollte ich heute eine Tour nehmen, die nicht all zu weit weg von mir zu Hause und was nicht zu derbe Wald (Sturm) ist.

Los ging es am Bahnhof Karow. Immer die Pankgrafenstraße gerade aus, bis das Ausgangsschild „Französisch Buchholz“ kommt und man an dieser Brücke rechts einbiegt, um dann gleich den nächsten Weg wieder links zu gehen, um zu den Karower Teichen zu kommen:

Dort angekommen, zog noch ein wenig Restnebel an den Feldern entlang, ich war etwas zu spät gekommen, eigentlich wollte ich zum Sonnenaufgang schon da sein:

Die Büffel (auch freilaufende Rinder) haben leider noch geschlafen und lagen weit entfernt von mir, nur einer begnügte sich für ein Foto für mich, leider zu weit weg:

Ich war hier heute zum ersten Mal und ich frage mich, warum mir das in all den Jahren nicht bekannt war. Ich habe so viele Landschaften rings um Berlin bereits durchlaufen (das gängige, was immer im Netz vorgeschlagen wird), aber das hier ist wirklich eine Oase und ein Traum, wenngleich natürlich nicht mit Wandlitz vergleichbar (uriger Wald), aber hier ist Natur(schutz), soweit das Auge reicht!

Nachdem sich unsere Wege zweimal kreuzten, stellte sich mir heute Manfred Pinkwart vor, der anbot, mir etwas von Buch zu zeigen. Herr Pinkwart ist ein „Bucher Urgestein“ und früher in der Klinik Berlin-Buch tätig, was heute die Helios-Kliniken dort sind. Natürlich werde ich zusagen, interessieren mich diese Themen natürlich.

Das ehemalige Regierungskrankenhaus Buch

Vom Wachregiment Feliks Dzierzynski bewacht, schien das Regierungskrankenhaus I in Berlin-Mitte trotz allem den damaligen Machthabern nicht mehr sicher genug; die Grenze zu West-Berlin lag zu nahe. 1976 entstand deshalb die „Spezialklinik“ in Berlin-Buch. Den Namen hatte sie nicht wegen spezieller medizinischer Möglichkeiten, sondern wegen spezieller Patienten – zugelassen war nur die „allerhöchste“ Führungsebene. Für sie wurde ein Atomschutzbunker vorgehalten.

Buch war dadurch das Regierungskrankenhaus Nr. I, während das alte Haus in der Scharnhorststraße in Mitte das Regierungskrankenhaus Nr. II wurde. Behandelt wurden dort Mitarbeiter der Staatssicherheit, ab einem höheren Dienstgrad auch deren Angehörige sowie verdiente ehemalige Angehörige der Geheimpolizei, Mitglieder der Regierung, des SED Zentralkommittees und des Politbüros. Auch ehemalige Regierungsmitglieder und ausgewählte Kulturschaffende, Künstler, Wissenschaftler und Sportler wurden dort betreut. 

Die Gebäude in Buch stehen seit 2001 leer, 2024 soll dort ein neues Wohnquartier „Buch-Am Sandhaus“ mit 3.000 Wohnungen, Kita und Gewerbe entstehen. Neueste Pläne sehen vor, das alte Krankenhaus zu integrieren und nicht abzureißen.

Keine Gulaschkanone, kein Handy – aber gute Schuhe!

Unweit des Krankenhauses hatte ich noch einen Weg entdeckt, der mich zu einer Gulaschkanone führen sollte (leider Sonntag geschlossen). Zu allem Übel verabschiedete sich auch noch kurz vor den Teichen mein Akku (Powerbank ist geplant), so das ich nicht sagen kann, an welchem Teich ich nun wirklich genau war. Auch hat mein Komoot-Profil ab diesem Zeitpunkt nicht mehr tracken können. Es war allerdings in der Nähe vom Pölnitzweg und parallel die Wiltbergstraße:

Komoot sagt mir, ich wäre nur knapp 2 Stunden gelaufen. Tatsächlich war ich aber genau 5 Stunden zu Fuß unterwegs. Auf gute 15km bin ich auf jeden Fall gekommen (Komoot sagt 12), letztendlich ist es für mich auch nur eine grobe Schätzung, der Übersicht wegen. Den fehlenden, letzten Rest habe ich händisch nachgetragen:

– Wanderung von Karow nach Buch

Hier war ich nicht zum letzten Mal!