Analoges Rhodos


Traditioneller Urlaub in Griechenland

Von Hannover aus ging es im September 2008 mit dem Flieger nach Griechenland, speziell: nach Rhodos. Auf der 1.401 km² großen Hauptinsel der griechischen Inselgruppe Dodekanes („zwölf Inseln“) in der Ost-Ägäis leben ungefähr 117.000 Einwohner, davon etwa die Hälfte in der Stadt Rhodos, Hauptort und touristisches Zentrum im Norden der Insel. „Gebucht“ hatten wir allerdings für den Süden incl. Mietwagen – abgelegen und traditionell, statt Hotel.

Gennadi
Gennadi, das Dorf des traditionellen Wohnens – ist immer noch ein relativ unbekanntes Bauern- und Fischerdorf, gelegen zwischen Kiotari und Lachania auf der Strasse in den Süden der Insel Rhodos und etwa 27 km von Lindos und 65 km von der Stadt Rhodos entfernt.
Gennadis Charme ist seine noch sprich förmliche Ruhe, auch wenn das Dorf einige Anstrengungen unternimmt, um an der touristischen Entwicklung des Inselsüdens teilzuhaben. Hier hatten wir uns auch einquartiert.

Rhodos – Old Town
Die Altstadt, die seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, liegt zum Teil auf einem Hügel und ist von einer vier Kilometer langen Festungsmauer umgeben, die bis an den Hafen reicht. Am höchsten Punkt der Altstadt liegt der Großmeisterpalast des Johanniterordens (von 1937 bis 1940 von den Italienern wieder aufgebaut), der heute ein Museum beherbergt, in dem römische und griechische Skulpturen ausgestellt sind sowie zahlreiche Mosaiken, die unter der italienischen Besatzung ihren Weg von Kos nach Rhodos fanden.

Apolakkia
Apolakkia ist ein kleines Bauerndorf, im Süden der Insel mit ca. 600 Einwohnern. Hier gibt es mehrere typisch griechische Tavernen und ein kleines Hotel. Dennoch scheinen die vielen Jahre des Tourismus der Insel hier fast spurlos vorbeigegangen zu sein. Touristen, die hier ihren Urlaub verbringen, sind meistens Individualtouristen, die den Strand nicht direkt vor der Haustüre brauchen. Leute die das typisch griechische Leben und die Ruhe des Ortes schätzen.

Profilia und Siana
Das kleine Dorf befinden sich im südlichen Teil von Rhodos im Inselinneren. Man erreicht das Dorf über die Straße von Gennadi nach Apolakkia. Die überwiegend alten Häuser ziehen sich einen Hang hinauf. Der Ausblick vom recht hoch gelegenen Dorf ist sehr schön. Nur wenige Touristen verirren sich nach Profilia.
Siana, am Fuße des Berges Akramitis gelegen, ist bekannt für seinen Souma (Tresterschnaps, ähnlich ital. Grappa), seinen Wein, seinen Honig und seinen guten Schafskäse. Wer das griechische Leben, abseits des Touristenrummels liebt, sollte hier mindestens einmal Übernachten. Die einzige Pension befindet sich auf dem Dorfplatz, über der Taverne Elafos.

Epta Piges
Die Epta Piges sind ein beliebtes Ausflugsziel im Osten der Insel Rhodos. Sie sind etwa vier Kilometer von der Straße zwischen Afandou und Archangelos Richtung Inselinneres und sechs Kilometer von dem Urlaubsort Kolymbia entfernt. Seinen Namen verdankt der Ort den sieben Quellen, die sich zu einem Bach vereinen, der etwas weiter nördlich in den Fluss Loutanis mündet.
Zu einem zwischen Platanen gelegenen Restaurant steigt man an einem Wasserlauf durch dichten Wald mit frei laufenden Pfauen. Von dort kann man durch den 186 m langen, dunklen Tunnel durch knöchelhohes Wasser zur anderen Hügelseite laufen, wo man am Quellteich ins Freie tritt.

Kamiros
Kamiros (oder Kameiros) war neben Ialysos und Lindos eine der drei Städte des antiken Rhodos. Von der Stadt ist ein umfangreiches Grabungsfeld an der Westküste der Insel geblieben, das ein anschauliches Beispiel einer antiken (hellenistischen) Stadtanlage darstellt.
Dort befinden sich ein dorischer Doppelantentempel, ein Hof mit Brunnenanlage, Wohnhäuser mit Peristyl, an der höchsten Stelle eine hellenistische Stoa mit ursprünglich doppelter Säulenreihe und Reste eines dorischen Ringhallentempels der Athene. Unterhalb der Stoa befindet sich eine Zisterne, die wahrscheinlich im 6. Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde. Im Wohnviertel sind noch Tonröhren für die Wasserversorgung sichtbar.

Kastro Monolithos
Etwa 67 km von der Hauptstadt Rhodos Stadt entfernt, am 825 m hohen Akramytis-Massiv, liegt das beschauliche Dörfchen Monolithos. Hier findet man fast nur noch Bauern und Alte – eine dörfliche Idylle wie aus dem Bilderbuch. Lediglich einige Tavernen am Rande der Ortschaft deuten auf den regen Touristenverkehr hin. Nur 4 km entfernt thront majestätisch das Kastell Monolithos.
Wenn man die steilen und holprigen Stufen hinauf zum Kastell Monolithos erklommen hat, laden die Reste der wuchtigen Mauern, alten Zisternen und die Kleine Kirche zur Besichtigung ein. Das alte byzantinische Mauerwerk mit seinen roten Ziegeln kann man an vielen Stellen noch erkennen, obwohl die Johanniter es doch zu ihrer Zeit mit einer stärkeren Ummantelung versehen hatten.
Folgt man den Serpentinen der teils engen Straße in Richtung des Meeres gelangt man zum Kap Fourni, einer einsamen Badebucht mit Felsgräbern, Höhlen und ins Wasser ragenden Felsformationen.

Kap Fourni
Das Kap Fourni mit touristisch schwacher Infrastruktur befindet sich an der Südwestküste der Insel Rhodos und liegt in etwa 3 Kilometern Entfernung zum beschaulichen Feriendorf Monolithos und seiner gleichnamigen, mittelalterlichen Festung. Der Strand ist ein gemischter Kies- und Sandstrand, der von massiven Felsen umgeben ist und dank seiner geschützten Lage idyllische Ruhe bietet.
Am Kap Fourni gibt es viel zu Entdecken und Erleben: Während sich die Einen zur Erholung in die strahlende Sonne legen und dem gemächlichen Rauschen der Wellen lauschen, begeben sich abenteuerlustigere Besucher hier gerne auf eine kleine Entdeckungsreise, die rasch auch zur Reise durch die Geschichte wird. Bei einem Strandspaziergang lässt sich am Kap Fourni mit einem aufmerksamen Auge so einiges entdecken: Nicht nur die Überreste eines antiken Friedhofs und jahrtausendealte Wandmalerein gehören zu den Attraktionen des Strandes, sondern auch einige versteckt gelegene Höhlen, die jedoch nur bei gutem Wetter und mit festem Schuhwerk zu erreichen sind.

Moni Tari
Im Hinterland von Lindos liegt der Ort Lardos. Von hier führt eine Straße über Laerma zum Kloster Moni Thari, welches inmitten von Pinienwäldern liegt.
Dem Kloster Moni Thari sollte unbedingt einen Besuch abgestattet werden, wenn man an der Ostküste unterwegs ist. Wir waren den Weg damals gewandert, dabei war uns aber schon sehr mulmig, denn hier brachen nur kurze Zeit zuvor zahlreiche Waldbrände aus, die lange nicht unter Kontrolle gebracht werden konnten.
Einst verlassen wird Moni Thari seit einigen Jahren wieder bewohnt. Die gesamte Klosteranlage ist liebevoll hergerichtet. Die schwereren Waldbrände im Gebiet zwischen lardos und Laerma kamen dem Kloster gefährlich nahe – doch richteten keinen Schaden an Gebäuden an.

Lindos mit Akropolis
Lindos ist ein Gemeindebezirk auf der griechischen Dodekanesinsel Rhodos. Der Gemeindebezirk besteht aus zwei Stadtbezirken und drei Ortsgemeinschaften, die zusammen knapp 4.000 Einwohner aufweisen und etwa ein Achtel der Inselfläche einnehmen. In Lindos finden sich die Ruinen der gleichnamigen antiken Polis.
Der Begriff Akropolis (Oberstadt) bezeichnet im ursprünglichen Sinn den zu einer antiken griechischen Stadt gehörenden Burgberg beziehungsweise die Wehranlage, die zumeist auf der höchsten Erhebung nahe der Stadt erbaut wurde.
Die Ruinen der Akropolis in Lindos wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dänischen Archäologen ausgegraben. Hierbei wurden auch Funde aus der Jungsteinzeit auf dem Berg entdeckt. Die Byzantiner bauten über den Trümmern des antiken Heiligtums eine Burg.
Das jetzige Bauwerk ist eine Kreuzfahrerfestung der Johanniter, die auf früheren Burgen aufbaute. Zentral steht in der Festung ein teilweise rekonstruierter Athenetempel aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.

Rhodos Vati
Gut versteckt hinter Pinienwäldern und immerwährenden Olivenwäldchen liegt das malerische Dorf Vati. Der Name Vati bedeutet eigentlich „Kreuzungen“ oder „Weg“.
Auch sehenswert Kurioses kann man auf diesem „Weg“ entdecken. Von Gennadi nach Vatio (Vati) kommend – stehen auf der rechten Strassenseite drei alte Panzer im Gelände (Bild 1). Scheinbar entsorgt auch das griechische Militär Altfahrzeuge wie der ganz normale Grieche. Man stellt sie einfach so ab – verrosten ja von selbst.
Diese Ortschaft scheint, als sei sie vom Tourismus vergessen worden, zu sein. Am nördlichen Ortsrand befindet sich die Ruine einer frühchristlichen Kirche. Das Gelände um die Überreste ist eingezäunt.

Letzte Station: Prasonisi
Prasonisi ist eine etwa 3 km² große, felsige Halbinsel, die durch eine Sandbank mit Rhodos verbunden ist. Sie befindet sich am äußersten Südende der Insel Rhodos. Das Landschaftsbild der flach gegliederten Halbinsel wird zum Meer hin von Brandungszonen und einigen wenigen Sandbuchten im Lee bestimmt. Prasonisi ist durch einen aus Sand bestehenden Isthmus mit Rhodos verbunden. Dieser Isthmus von Prasonisi ist eine dynamische Struktur, deren Form sich fortwährend ändert. Bei Sturm mit hohen Wellen wird er regelmäßig überflutet, da dann Wellen den Uferbereich überwinden und die Sandbank unter Wasser setzen.
Am 9. Juli 1956 wurde Prasonisi von einem Tsunami getroffen. Dieser wurde durch ein Seebeben nahe der griechischen Insel Amorgos ausgelöst.
In Prasonisi werden fast alle Surferwünsche erfüllt, aber auch Windsurfer und Kitesurfer finden aufgrund der oft guten Windverhältnisse in den Buchten beidseits vom Isthmus von Prasonisi gute Bedingungen.

Zurück ging es diesmal mit Condor: „Wir lieben Fliegen“:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s