Marathon „Zeitreise Berlin“


Mein erster Marathon & Fotomarathon

Es gibt einige Menschen, die wissen einen Fotomarathon leider nicht zu schätzen. Das es neben der Fotografie auch sportlich einhergeht und wirklich eine Menge abverlangt, wird leider oftmals mit dem „Spaßfaktor“ vermischt, was sehr schade ist! Schon in den Jahren, als ich noch nicht in Berlin wohnte, war mein Auge auf den Fotomarathon gerichtet und 2010 sollte dann der Anfang für mich sein! Einfach mitmachen, keine große Strategie oder Plan, sondern einfach nur: schaffen!

Das ein „einfach so mitmachen“ dabei der beste Plan war, wage ich heute im Nachgang zu bezweifeln, aber zumindest war ich damit sehr unbedarft an dieses Event heran getreten, was wiederum auch etwas Gutes hat! Ich hatte einen freien Kopf und keine Erwartungen – nur den Wunsch, das Ziel in den 12 Stunden zu durchlaufen und dabei hoffentlich schöne Fotomotive machen zu können.

Dort angekommen, wurden erstmal alle Infos verteilt, die Startnummer musste man gut sichtbar an Rucksack, Tasche etc. anbringen, es gab Heftchen für Passanten auf der Straße, falls man diese ablichten wollte – damit sie wissen, wo sie sich ein paar Wochen später in der Ausstellung bestaunen können und dann ging es mit dem obligatorischen Startschuss auch schon bald los.

Wichtig beim Fotomarathon ist es nämlich, eine Serie von 24 Fotos so zu fotografieren, das ein roter Faden darin ersichtlich wird. Gut ist auch immer, ein paar kleine Utensilien mit dabei zu haben, falls mal eine Idee nicht umgesetzt werden kann, um einen „Joker“ zu haben oder auch kompensieren zu können.
In den Vorjahren gab es z.B. einige Teilnehmer, die ihre Serien mit Baustellen-Absperrbändern fotografierten oder die sich mit Miniaturfiguren bedient haben. Dies war als roter Faden auf allen Fotos vorhanden, natürlich den unterschiedlichen Situationen gewidmet. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, allerdings wird es auch immer schwieriger, eine Idee zu finden, die es bisher noch nicht gab!

Startpunkt war in diesem Jahr die Jägerklause in Friedrichshain. Das Thema wird bekannt gegeben, die ersten Themenzettel werden verteilt, es fällt der Startschuss und auf geht´s: in den Großstadtdschungel Berlin´s!

Das Oberthema in diesem Jahr war: „Zeitreise Berlin“. Die dazugehörigen Unterthemen waren in numerischer Reihenfolge: Zeitzeugen, Niemandsland, vorwärts immer rückwärts nimmer, bunt gemischt, Lebenskünstler, arm aber sexy, schräg, Gründerzeit, ich hab noch einen Koffer in Berlin, hin und weg, früher war alles besser, das ist die Berliner Luft, verändern, auf halber Strecke, getrennt, Freistil, ich sehe was was du nicht siehst, bewegen, Berliner Bohème, gemeinsam einsam, geheimnisvoll, am Rande der Zeit, Nachtschwärmer und Berlin 2020.

Bei der ersten Zwischenstation bzw. was dann als nächste Etappe zu schaffen war, wurde es anhand der Fotos ebenfalls nicht besser. Shit Happens!

Und so riss bei mir der rote Faden um die nicht so gelungenen Fotos nicht ab:

Mittlerweile war es schon spät am Abend, seit gut 10 Stunden auf den Beinen und man wollte nur noch, das es aufhört. Bis dahin mussten aber noch 5 Fotos in den Kasten. Das schuften ging also weiter, viel Anstrengung schaffte ich aber nicht mehr:

Was ich aber geschafft habe, sind 4 Stempel bei 4 Zwischenstationen bekommen zu haben, was auch heißt, das ich zeitlich gerade noch so über die Ziellinie gekommen bin. 12 Stunden laufen. Mein erster Marathon und ich: so glücklich! 😀

Ob ich jetzt noch einen Preis gewinne, ist für mich ehrlich gesagt: zweitrangig. Ich kenne mich (gut) und weiß, das gute Fotos bei mir immer Zeit (und Ruhe) brauchen. Außerdem weiß ich auch, was ich fotografiert habe, was nicht der Burner war. Aber: ich wollte ja durch die Zielgerade! Dafür war ich (gerade noch) fix genug! 😍

Ich muss zugeben, es gab einige Momente, an denen ich mich am liebsten vor Erschöpfung heulend auf den Fußboden gelegt hätte, einfach um nicht mehr laufen zu müssen und heulend: weil ich den Fotomarathon damit nicht geschafft hätte. Man entwickelt wirklich fast schon infantile Charakterzüge, die tragende Hand, die einen im Beamer-Effekt sofort auf die Couch legt.
24 Fotos in 12 Stunden ist ein enormer Zeitdruck, möchte man in „seiner Serie mit dem roten Faden“ bleiben bzw. die Ideen dazu auch überhaupt erstmal umsetzen können. Das bis zum Schluss zu schaffen, ist eine ganz andere Herausforderung, ich sag´s euch!
Ob mir das in den nächsten Jahren besser gelingen wird? Das wird sich zeigen!

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