Spuk unterm Riesenrad – eine Tour im Plänterwald


Disneyland GDR

Der Plänterwald (heute Spreepark Berlin) im Bezirk Treptow-Köpenick war ein Vergnügungspark und Prestigeobjekt der ehemaligen DDR. Er wurde zum 20. Republik-Geburtstag in 1969 unter dem Namen „VEB Kulturpark Plänterwald“ eröffnet und war mit jährlich etwa 1,7 Millionen Besuchern der einzig große und dabei beständige Rummel (Freizeitpark) der DDR. Wahrzeichen des Parks war das 45 Meter hohe, weithin sichtbare Riesenrad, das noch 1989 erneuert wurde.

Nach der politischen Wende wurde der Spreepark seit 1991 zu einem Freizeitpark nach westlichem Vorbild umgestaltet, hatte aber besonders ab 1999 mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen; die Besucherzahlen brachen auf zuletzt 400.000 jährlich ein. Seit der Insolvenz des Betreibers und der Schließung 2002 liegt das ca. 25ha große Gelände brach und erlebte eine populärkulturelle Mythisierung, aber auch unglaublich großen Verfall, Vandalismus und Zerstörung.

Selbst hatte ich als Kind einmal das Privileg von privat, nach Ost-Berlin reisen zu dürfen und einen Tag im Plänterwald zu verbringen, wovon ich allerdings nur noch bruchstückenhafte Erinnerungen habe. Das Riesenrad ganz klar, die Riesenrutsche, diese Autos auf einer Schiene – von den Mammuts und der Achterbahn ist hingegen bei mir gar nichts an Erinnerung vorhanden. Kettenkarussell könnte sein, heute muss ich dabei immer an den Alexanderplatz denken, denn dort steht solch ein Karussell. Ist es vom Plänterwald?

In diesem Jahr war Bloggertreffen und es gab eine zweistündige Tour durch den ehemaligen Park. Leider war es viel zu sonnig (der Fotografie wegen) und die heutige Besucherzahl hatte eine Dimension von Menschenmassen. Schön war das nicht, dafür eine vielleicht bis dahin einmalige Chance, noch einmal in den wenigen Kindheitserinnerungen schwelgen zu können, von denen ich nur sehr wenig habe.

Nachtrag: 2014 wurde das Gelände durch Brandstiftung schwer getroffen. Alt-England gibt es seitdem nicht mehr, auch andere Attraktionen mussten abgerissen werden. In den Jahren 2017 und 2018 wurde das Gelände vom Gift Arsen [sic!] befreit, welches bis in fast 3m Tiefe abgetragen werden musste. 1.700m³ war der geschätzte Wert an kontaminiertem Boden, möglich aus DDR-Zeiten stammend.

– der Plänterwald am Treptower Park; der Versuch die Route zu errechnen

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